Live Stream aus unserer Tersteegen-Kirche

Grafik Felicitas Schulz-Hoffmann

 Am Sonntag, 7. Februar um 10.30 Uhr
www.tersteegenkirche.de
oder
auf YouTube

>>> hier klicken <<<

oder später als Aufzeichnung

 Vom Säen auf verschiedenen Böden

Pfarrerehepaar Felicitas Schulz-Hoffmann und Jürgen Hoffmann

„Welche Botschaften werden in uns gesät?

 – Gute Botschaften, Schlechte Botschaften, angstmachende, wütend machende Botschaften?

Welche Botschaften kommen bei uns an, welche können in uns wurzeln?

Und wie nachhaltig wächst die gute Saat, also Gottes Wort in uns auf? Jesus erzählt dazu ein Gleichnis (Lukas 8,4-8):

Pfarrerin Dorthe Schmücker    Foto privat

Ein Sämann sät seinen Samen aus. (Gott sät seine gute Nachricht in diese Welt.)

  • Einiges fällt neben den Acker und wird zertreten (kurzes Interesse und schnell vergessen)
  • Anderes fällt auf steinharten Boden, die Saat vertrocknet (Blockaden verhindern ein wirkliches Anwachsen)
  • Wieder anderes fällt unter die Dornen, die die gute Saat überwuchern und ersticken (Hoffnung und Glaube sind da, werden aber durch Sorgen, schlimme Nachrichten, Misstrauen etc. im Keim erstickt
  • Aber da, wo die Saat auf gute Bedingungen stößt, bringt sie hundertfach Frucht!

Welche Chancen hat die gute Saat – Gottes Wort – bei uns anzukommen? Wo sind unsere Blockaden, Hindernisse, aber auch Möglichkeiten und Wachstumspotenziale?

Wir freuen uns, wenn Sie/Ihr mit uns diesen Gottesdienst feiern und Gottes Wort neu aufnehmen, damit es reichlich Frucht bringt –

bei Ihnen, Ihrer Familie, in der Gemeinde, in Düsseldorf und in dieser Welt!“

 Ihre/Eure Pfarrer*innen

 

Musikalisch begleiten wird den  Gottesdienst am Sonntag unser ehemaliger Kantor Arno Ruus.

 

 

 

 

 

Monatsspruch Februar 2021

Foto Lehmann/Heft 2021 epd

 

Tersteegen-Haus der Diakonie

Epd-bild Matthias Rietschel

Eine gute Nachricht kommt aus dem Tersteegen-Haus. Trotz des knappen Impfstoffangebotes ist jetzt bereits die zweite Impfung erfolgt.

 

Oma-Tag in Zeiten von Corona

Was soll ich denn jetzt machen? Eigentlich ist mittwochs Enkel-Oma-Tag. Darauf freue ich mich immer schon den ganzen Tag vorher. Und hinterher denke ich noch so gern daran. An den Spaß, den wir zusammen haben. Doch jetzt? Treffen geht nicht mehr. Dabei könnte ich gerade jetzt helfen, Kitas und Schulen sind zu. Ich würde so gerne helfen. Aber eben das soll ich nun nicht mehr.

Ich gehöre zu einer Risikogruppe. Ich bin über 65 Jahre alt. Und ich dachte immer: Ich bin völlig harmlos. Ich verstehe schon. Es geht darum, dass ich keinem Risiko ausgesetzt werde. Trotzdem: sie fehlen mir, meine Lieben. Vereinzelung aus Solidarität. Eine wirklich neue Form von Gemeinschaft. Das muss man erstmal hinkriegen. Wie schaffen wir das?! Immerhin tröstet mich, dass andere es jetzt auch so machen. Und das ist richtig so. Gut, wenn die Vernunft sich durchsetzt. Auch wenn das Herz es gerne anders hätte.

Meine Enkelin telefoniert jetzt jeden Tag mit mir. Gestern hat sie nur einmal kurz gesagt: Hallo, Oma, ich denk an dich. Küsschen. Und dann wieder aufgelegt. Und mein Sohn hat mir eine richtige Postkarte geschrieben. Mit der Hand. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal eine bekommen habe. So schön.

Ich habe sie auf meinen Nachttisch gestellt. Abends nehme ich sie in die Hand. Und dann denke ich an meine Lieben. So sind sie mir trotzdem nah.

Manchmal kommt mir dann die Liedstrophe in den Sinn:
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
In diesen Momenten glaube ich das. Und ich vertraue darauf.

Claudia Kusch                     (aus „Impulse für Zuhause“, EKD)

Ein Angebot der Kath. Heilige Familie

Am Montag, 8. Februar, um 19.00 Uhr

Wir laden ein,

alle Menschen, die innehalten wollen

alle Menschen, die sich besinnen möchten

 Alle Menschen, die auf der Suche sind

            Kaiserswerther Straße 211

Gottes Wort digital

Auf UKW 104,2 MHz. Oder hier als MP3.
Auf UKW 104,2 MHz gibt es jeden zweiten Sonntag von 8.20 bis 8.35 Uhr einen Beitrag aus Düsseldorf von der evangelischen Kirche. Er läuft in der Sendung „Himmel und Erde“, dem Kirchenprogramm bei Antenne Düsseldorf (UKW 104,2).

An diesem Sonntag können Sie einen Beitrag von Andreas Vollmert über die Streaming- und Videogottesdienste aus unserer Tersteegen-Gemeinde hören.

Geschäftiges Treiben bestimmt das Bild am Sonntagmorgen in der evangelischen Tersteegenkirche in Golzheim. Rund um den Altar werden kleinste Videokameras positioniert. Zwei Computerbildschirme zeigen die verschiedenen Perspektiven. Es folgt ein kurzer Soundcheck der Mikrofone und eine Stellprobe der Akteure. Pünktlich um 10.30 Uhr soll der Youtube-Kanal frei geschaltet werden und die Live-Übertragung des Gottesdienstes im Internet beginnen. – Für die Sendereihe “Himmel und Erde” bei Antenne Düsseldorf wurde dazu auch ein kurzer Radiobeitrag produziert.

Vater und Tochter produzieren Video-Gottesdienst

Geschäftiges Treiben bestimmt das Bild am Sonntagmorgen in der evangelischen Tersteegenkirche in Golzheim. Rund um den Altar werden kleinste Videokameras positioniert. Zwei Computerbildschirme zeigen die verschiedenen Perspektiven. Es folgt ein kurzer Soundcheck der Mikrofone und eine Stellprobe der Akteure. Pünktlich um 10.30 Uhr soll der Youtube-Kanal frei geschaltet werden und die Live-Übertragung des Gottesdienstes im Internet beginnen. Die Evangelische Tersteegen-Kirchengemeinde und die Evangelische Kirchengemeinde Unterrath haben sich zusammengeschlossen zur wöchentlichen Produktion eines Video-Gottesdienstes.

In den hinteren Kirchenbänken richtet Pfarrerin Felicitas Schulz-Hoffmann ihren Talar und das Beffchen am Hals. „Alles muss gut vorbereitet sein. Die Lieder müssen in einer PowerPoint-Präsentation dargestellt werden. Dann muss ich überlegen: wo stehe ich, damit das ein gutes Bild ergibt.“

Kirchenbesucher: innen sind zum Gottesdienst derzeit nicht zugelassen. Deshalb sucht Pfarrer Jürgen Hoffmann zielgerichtet das Auge der jeweils laufenden Kamera. „Wenn man Menschen vor sich sitzen hat, gibt es immer eine Form von Resonanz. Man schaut in Gesichter, spürt, ob jemand gut mitgeht. Und der Blick in die Kamera? Mir hilft es sehr, dass ich letztendlich die Menschen dahinter ahne, die irgendwie, auf welchen Wegen auch immer, an unseren Gottesdiensten teilnehmen“.

Laura-Alina und Mirko Blüming kümmern sich um Technik, Bild und Ton……“

Text und Beitrag evdus/Andreas Vollmert

Mehr im Radio-Beitrag auf Radio Antenne

 

Ein „kleiner“ Rückblick auf den Gottesdienst vom letzten Sonntag

„Wie die Bibel mein Leben beeinflusst hat“

Pfarrer Axel Weber  (Ev. Gemeinde Unterrath/Lichtenbroich)

„Mit 19 Jahren hatte ich mein Abitur in der Tasche, den Kriegsdienst verweigert und vor Beginn des Zivildienstes noch ein wenig Zeit. Also ging ich erst in die Fabrik zum Geld-Verdienen, dann kaufte ich mir mit meiner Freundin ein Inter-Rail-Ticket, und weg waren wir. Weil man bei Inter-Rail alles auf dem Rücken schleppen musste, nahm ich als einzige Lektüre das Fahrtenbuch der europäischen Eisenbahnen, einen Campingführer und die Bibel mit. Ich dachte mir, das sei Lektüre genug und außerdem ein heilsamer Zwang, das Ding endlich mal von vorne bis hinten durchzulesen – zumal ich mir tatsächlich überlegt hatte, Theologie zu studieren, immerhin war ich jahrelang Kindergottesdiensthelfer und für die Gemeinde im synodalen Jugendausschuss, mein Vater seit ewigen Zeiten Presbyter. –
Es war eine sehr öde Lektüre, um es gleich vorweg zu sagen. Ich kaute mich durch das Buch Leviticus, die endlosen Opferregeln und durch die Propheten mit ihren endlosen Schimpftiraden, die verquasten Reden von Paulus in seinen endlosen Briefen. Hätte ich damals wenigstens die Übersetzung der Basis-Bibel gehabt … Also, durch die Lektüre der Bibel bin ich jedenfalls nicht Pfarrer geworden. Christ, also gläubig, war ich schon immer. Irgendwie stand das bei mir nie in Frage. … Auch ein Geschenk Gottes und eine große Gnade. Ich musste nie nach Gotteserfahrungen suchen oder mit großen Zweifeln kämpfen. Er war ja immer da, spürbar da.

Ich könnte bis heute nicht sagen, dass ich einen Lieblingstext habe. Natürlich kenne ich – berufsbedingt – mittlerweile viele Psalmen und Verse auswendig, kenne den Inhalt der biblischen Bücher, ihre Personen und Geschichten, aber was mir an der Bibel am meisten gefällt, ist das, was drin stehen geblieben ist, obwohl es quer steht;  so viele Redaktionen gab es, die es hätten streichen, glätten, schönen können. (Samuel- und Königsbücher parallel zu den Chroniken => Kg. David)
(1) Dass Jesus nicht nur Ausländerinnen, sondern sogar eine Hure im Stammbaum hat: Rahab (Mt 1,5).
(2) Dass Petrus, der erste Papst, verheiratet war, Jesus seine Schwiegermutter heilt, und Petrus mit seiner Frau auf Missionsreisen geht (Paulus fragt in 1. Korinther 9, Vers 5 „Haben wir nicht auch das Recht, eine Schwester als Ehefrau mit uns zu führen wie die andern Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas [= hebräischer Name für Petrus = der Fels] ?“)
(3) Dass im 2. Petrusbrief (3,16) stehen bleibt, dass man schon damals die Schriften des Apostels Paulus schwer verständlich fand.

Auch die Ungereimtheiten in der Bibel finde ich toll, und finde toll, dass sie stehen blieben; sie haben mir immer gesagt: ich muss beim Bibellesen meinen Verstand nicht ausschalten:
(1) dass Judas auf zwei Arten stirbt, einmal erhängt er sich, das andere Mal stürzt er und reißt sich den Bauch auf. Überhaupt: als Jesus beim letzten Abendmahl sagt, einer der 12 werde ihn verraten, dass da ALLE so ehrlich sind zu fragen „Herr, bin ich es?“ und dass, als nach Jesu Himmelfahrt ein Apostel anstelle von Judas nachgewählt wurde, Petrus immer noch sagt „er gehörte zu uns“, sich also nicht billig distanziert
(2) dass die Handvoll Selbstmorde in der Bibel nicht moralisch abqualifiziert werden, sondern einfach berichtet werden – ohne Wertung (Richter Gideon, König Saul, Davids Berater Ahitofel (2Sam 17,23) erhängt sich, Judas, es gibt noch ein paar mehr; selbst Paulus sagt im Philipperbrief, er wäre lieber tot)
(3) dass Jesu Zerwürfnis mit seiner eigenen Familie (Mk 3, 20ff) berichtet wird und nicht retuschiert

Ich reiste in meinem Studium auch von Anfang an mit leichtem Gepäck, unbeschwert von der Frage, ob man die Bibel nun wörtlich lesen und glauben müsse. Schon von Luther war ja bei dem Verhör auf dem Wormser Reichstag 1521 gesagt worden: „Wenn ich nicht mit Zeugnissen der Schrift oder mit offenbaren Vernunftgründen besiegt werde…“ Als Protestant musste ich nie meinen Verstand an der Kirchengarderobe abgeben. Und in der Auseinandersetzung mit den Pietisten in Erlangen und Tübingen, wo ich studierte, hatte ich immer das Beispiel von den Hasen bereit, von denen die Bibel irrt und sagt, sie seien Wiederkäuer (Hase Wiederkäuer Bibelstelle(n): 3. Mose 11,6; 5. Mose 14, 7).“        

Pfarrerin Felicitas Schulz-Hoffmann

„Bibel

Ich lese gerne die Bibel, nicht am Stück, aber immer wieder kleinere Abschnitte, Psalmen, in den Evangelien, auch die Briefe.

Bei mir ist es so, dass die Bibel mir im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden ist und je mehr ich darin lese, sie sich immer weiter aufschließt. Das Faszinierende ist, dass die Texte nicht flach, nicht eindimensional sind, sondern im Gegenteil eine solche Tiefe haben, dass ich immer wieder Neues entdecke.

Ich merke, dass die Texte mich emotional berühren wollen.

Wenn ich in der Bibel lese, dann versuche ich die Texte auf mich zu beziehen, auf meine Situation. Die Bibel erzählt, wie andere Menschen Gott erlebt haben und wie dies ihre Lebenssituation verändert hat.

Trotzdem ist es nicht einfach, die Bibel ins Hier und Jetzt zu bringen. So alte Texte, manchmal so kompliziert geschrieben und wenn dann der historische Zusammenhang fehlt, wie kann dann das, was die Bibel mir heute sagen will, ankommen?

Für mich waren die größten Hindernisse aber nicht die Texte selbst, sondern die Auslegungen, ganz besonders wenn Menschen meinten, anderen sagen zu müssen, was die Bibel ihnen verbietet, bzw. ihnen vorschreibt, wie sie sich zu verhalten haben. Da gibt es viele schreckliche Beispiele, wie Kirche diffamierendes Handeln gerechtfertigt und Menschen verurteilt hat, die angeblich nicht bibelgemäß lebten. Ein großes Beispiel sind die Hexenverfolgungen im Mittelalter. Aber bis heute fühlen sich z.B. homosexuelle Menschen diskriminiert, um nur ein Beispiel zu nennen. Da sind viele Menschen durch strenge, abweisende, besserwisserische Bibelauslegungen verletzt worden und werden es heute noch. Das ist für mich das eigentliche Hindernis.

Ich schaue lieber darauf, wie Jesus mit Menschen umging. Er hat keine Menschen verurteilt, sie abgewiesen wegen ihres Verhaltens.

Er lädt sich sogar bei ihnen ein.

Ein Beispiel ist für mich Zachäus, dieser korrupte Beamte, der schmierige Geschäfte macht. Mit dem Finger zeigen die Menschen auf ihn, wollen nichts mit ihm zu tun haben. Aber Jesus lädt sich bei ihm ein. Setzt sich mit ihm an einen Tisch. Da wird einer, der sonst von allen gemieden wurde, angesehen. Das macht etwas mit ihm. Die anderen haben auf ihn herabgesehen oder, wenn sie auf ihn angewiesen waren, zu ihm heraufgesehen. Aber das war keine echte Beziehung, das war Abhängigkeit.

Jesus will echte Beziehung. Jesus will ihm Freundschaft auf Augenhöhe anbieten, diesem miesen Kerl! Was für ein Angebot!

Und dann passiert das Wunderbare, das nur geschehen kann, weil Zachäus erstmalig erlebt, dass ihn jemand sieht, so wie er ist und ihm trotzdem seine Nähe anbietet. Jesus weiß, dass bei ihm so ziemlich alles verkorkst ist, aber dass auch er eine Sehnsucht in sich hat nach Verständnis, nach Liebe, nach Angenommensein. Und da, wo er das erfährt, da kann er sich ändern.

Eine Begegnung mit Jesus – und Zachäus erkennt, dass er Mist gebaut hat in seinem Leben und dass er neu anfangen und zurückzahlen will, wo er betrogen hat! Was für eine Geschichte!

Das ist eine Ermutigungsgeschichte für mich und für jede und jeden, der oder die sich darin wiederfindet. Gott schaut uns mit Augen der Liebe an und ermutigt uns, verantwortlich und glaubwürdig zu leben vor seinen Augen.

Für mich ist die Bibel ein Ermutigungsbuch. Das ist für mich das Wesentliche. Immer wieder finde ich Bibelverse, Sprüche, Geschichten, die mich ermutigen, Glaube, Liebe und Hoffnung zu verankern in meinem Leben.

Und wenn Sie danach ausschauen, wie die Bibel Sie ermutigen kann in Ihrer jetzigen Lebenssituation, in ihrem ganzen Leben, da bin ich mir sicher, werden Sie Ermutigung finden und die Kraft, die Sie brauchen.

Amen.“

_____________________________________________

Pfarrer Jürgen Hoffmann

 „Wie hat mich die Bibel geprägt? Was verdanke ich ihr? Wer wäre ich ohne dieses Buch?

Ich wäre ganz sicher nicht hier. Ich wäre nie Pfarrer geworden. Ich würde über viele Dinge anders denken.

 Ich glaube, dass nichts zufällig geschieht. Dass ich hier auf dieser Erde leben darf, empfinde ich als ein großes, wunderbares Geschenk. Durch die Bibel habe ich verstanden, dass wir alle miteinander Gottes geliebte Kinder sind. Und dass Gott selbst, in seinem ganzen Wesen, nichts als Liebe ist. Mit meinem Leben möchte ich etwas davon weitergeben.

Ich glaube, dass es einen Unterschied macht, ob wir die Welt mit Gottes Augen sehen – oder nicht. Oder es zumindest versuchen. Das ist nicht so einfach, weil Gottes Logik doch so ganz anders ist als die Logik dieser Welt. Er sucht sich oft das Kleine, Unscheinbare, in unseren Augen Wertlose aus – und bringt es ans Licht. Gott ist immer auch an der Seite derer, die als Verlierer gelten.

Für mich selber glaube ich: ich hätte mir mein Leben so nicht selber ausgedacht. Aber so, wie es gekommen ist, ist es viel besser, als wenn ich immer versucht hätte, alles in meinem Leben selbst zu bestimmen und zu planen.

Nein, ich verstehe bei weitem nicht alles in der Bibel. Manches ist mir immer noch fremd. Und ich entdecke zunehmend, dass es mir nicht mehr so wichtig ist, alles bis ins Kleinste verstehen zu wollen.

Oft reicht mir eine Geschichte, ein Vers oder ein Wort – und das lasse ich in mir wirken. Ich habe nicht mehr den Anspruch, alles wissen und verstehen zu wollen.

Ich bin dankbar für Menschen, die mir Zugänge zur Bibel, zu Gottes Wort ermöglicht und gezeigt haben. Die mir deutlich gemacht haben: Das Wesentliche ist: Gott hat mich lieb.

Und das möchte ich gern auch weitergeben.

Vielleicht klingt es zu einfach. Mir reicht es aus.

Habe ich eine Lieblingsgeschichte, einen Lieblingsvers?

Tatsächlich habe ich ein Wort, das mich begleitet: Mein Konfirmationsspruch:

„Kämpfe den guten Kampf des Glauben, ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist.“ (1. Timotheus 6, 12)

An diesem Wort kann ich mich mein Leben lang abarbeiten. Es ist wie eine nie aufhörende Herausforderung, wie ein bleibender Anspruch an mein Leben. Darin steckt für mich etwas sehr Kostbares: Ich bin berufen. Jeder ist zu etwas berufen. Herauszufinden, wofür wir leben, ist etwas ganz Spannendes und Erfüllendes und hält das Leben wach.

Also: Nein, ich wäre nicht Pfarrer geworden. Ich wäre überhaupt nicht hier, wenn nicht einer, Gott, das so gelenkt hätte. Und das weiß ich durch die Bibel. Amen“.

Texte und Fotos (soweit nicht anders angegeben): Hans Albrecht
Kontakt: Ev. Tersteegen-Kirchengemeinde, Presbyter Hans Albrecht
(Vors. Öffentlichkeitsausschuss), Tersteegenplatz 1, 40474 Düsseldorf,
E-Mail     hans.albrecht@evdus.de