NRW „3-G-Regel“ gilt ab sofort nun auch bei Gottesdiensten in der Tersteegen-Gemeinde

Geimpft  –  genesen –  getestet

 

Nur Präsenz

Gottesdienst am 22. August, um 10.30 Uhr mit

Pfarrerin Felicitas Schulz-Hoffmann

 

Orientierung

 „Die Nachrichten und Bilder aus Afghanistan und Haiti machen sprachlos. Sie lösen Ohnmacht und Hilflosigkeit, aber auch Scham aus. Ich sehe die Angst und Hoffnungslosigkeit in den Gesichtern der Menschen.

 Kaum mag ich noch die Nachrichten hören oder sehen. Aber wegsehen ist auch keine Lösung.

 Ich will meine Ohnmacht und Hilflosigkeit benennen. Ich will nachdenken über das, was danach kommt. Ich will nach den Tiefen und Gründen meines Glaubens fragen und wie ich das zusammenbringe.

Ich will nach Gott fragen und ob er mir Halt geben kann und Wege aus der Ohnmacht zeigen.
Ich will still werden und horchen, hören auf das, was jetzt gut tut.
Ich will wieder ins Lot kommen und brauche Orientierung.
Ich brauche Halt in diesen unhaltbaren Zuständen.
Ich brauche Zusammenhalt, wo so vieles auseinanderbricht.
Ich brauche jemanden, der mich aufrichtet, der mir zeigt, wie es weitergehen kann.
Ich brauche Gott!

Ich lade Sie ein, miteinander neu Orientierung zu suchen in diesen Zeiten.“

Ihre Felicitas Schulz-Hoffmann, Pfarrerin

 Der Gottesdienst wird an diesem Sonntag musikalisch durch unsere Kantorin Yoerang Kim-Bachmann und der Schola begleitet.

 Ob wir unter der Maske mit der Schola mitsingen dürfen, hängt von den weiter steigenden Covid-19 Zahlen ab.

Für den Besuch des Gottesdienstes und allen Veranstaltungen in unserer Gemeinde benötigen wir nach den gültigen Covid-19 Regeln von Ihnen entweder
einen vollständigen Impfnachweis oder
einen Nachweis über die vollständige Genesung oder
einen Schnell-/Bürgertest nicht älter als 24 Stunden.

Schüler*innen ab 12 Jahren bitten wir den Schülerausweis mitzubringen

 Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Unser Gemeindeleben ist nächste Woche etwas eingeschränkt

 Alle Veranstaltungen unter der Leitung von Herrn Volker Busch entfallen nächste Woche. Unser Senioren-Referent ist mit 20 Senioren*innen auf Freizeitfahrt nach Bad Lippspringe.

Nachbarschafts-Werkstatt und Tersteegen-Gemeinde Sommernachmittags-Treffen

Auch an diesem Sonntag wieder um 15.00 Uhr, vor oder in der Gemeinde.

In der „Klause“, Erich-Klausener-Straße 27,
Donnerstag, 26. August, um 10.30 Uhr:
„Palare italiano“, Italienisch-Kurs

Termine des NETZWERKS GOLZHEIM Diakonie Düsseldorf in der Tersteegen-Gemeinde

Sprachkurs Englisch Konversation
Wir frischen unsere Englischkenntnisse auf.
Info: Ursula Shah, T: 0178-2840784
Termine: Ab 16.08 montags von 10 bis 11 Uhr, Raum „Maria“ (UG)

 Kultur und Kaffee am Dienstag, 24. August, 10.00 Uhr
„Neo Rauch und Rosa Loy“, ein Kunstvordruck von Waltraud Roßberg. Wir tauschen uns miteinander aus, lachen, diskutieren, philosophieren und lassen uns von mitgebrachten Texten, Themen und allerlei Wissenswertem inspirieren.

„Rund um Computer, Tablet und Handy“

Beratung im Internetcafé im Raum „Maria“ dienstags von 15.00-18.00 Uhr und mittwochs von 10.00-13.00 Uhr.

 Nachbarschafts-Werkstatt Stockum/Golzheim

 Mit einem kurzfristig verabredeten „Grillfest“ startete die Nachbarschafts-Werkstatt Stockum/Golzheim am 13. August ihr Sommer- und Herbstprogramm im Rahmen der Quartiersarbeit in unseren Stadtteilen. Für die musikalische Begleitung und Untermalung sorgte die Tersteegen-Combo.
Der gelungene und stimmungsvolle Abend bot viele Gesprächsmöglichkeiten, die u.a. auch für weitere Planungen, Aktionen und Veranstaltungen genutzt wurden.

Klaus Bröchler          Ulrich Woodroffe          Peter Goll

Foto Monika Albrecht-Witzel

.  

 

 

 

                                                 

 

Anna-Nicole Heinrich – Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland  ist seit 100 Tagen im Amt

Foto Pressedienst EKD

Raus aus den Mauern, rein ins Leben – das ist die Grundüberzeugung der neuen Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, die am 16. August seit 100 Tagen im Amt ist. Die 25-Jährige will im August und September auf Erkundungstour durch Deutschland gehen und mit fremden Menschen ins Gespräch kommen. Warum die evangelische Kirche kein Verein für Bildungsbürger ist und warum sie lieber zuhört als Antworten gibt, erzählt die Philosophie-Studentin im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Ihre Wahl war eine echte Überraschung. Anna-Nicole Heinrich sitzt mit 25 Jahren dem höchsten evangelischen Kirchenparlament vor und es macht ihr Spaß.

Frau Heinrich, Sie sind bald 100 Tage im Amt. Wie lautet Ihr Fazit?

Anna-Nicole Heinrich: Die ersten 100 Tage waren sehr spannend. Ich habe viel Neues entdeckt und konnte mich in die wichtigsten Felder einarbeiten. Vor allem habe ich aber viele Menschen getroffen, die ich vorher nicht kannte. Das war sehr bereichernd, und jetzt bin ich weiter neugierig auf das was kommt. Jedenfalls bin ich alles andere als amtsmüde.

Die evangelische Kirche wird von außen häufig als exklusiver Verein für alte Männer, Akademiker und vielleicht noch ein paar Studierende wahrgenommen. Welche Strategien haben Sie, um die Kirche wieder zugänglicher zu machen?

Heinrich: Das Bild trifft es nicht. An vielen Stellen wirkt die Kirche möglicherweise so exklusiv, weil die Repräsentant:innen und die Menschen, die in den kirchlichen Gremien sitzen, häufig zu diesen Personengruppen gehören: Akademiker:innen, Bildungsbürgertum. Aber mit unseren Angeboten erreichen wir in der Fläche sehr viele unterschiedliche Menschen. Was unsere Kirche wirklich ausmacht, ist aber das, was in den Kirchengemeinden und im diakonischen Kontext passiert – beispielsweise in der Jugendhilfe. Das in der Breite mehr wahrzunehmen, täte uns gut. Davon habe ich in den ersten 100 Tagen viel Ermutigendes mitbekommen.

 Zum Beispiel?

Heinrich: Eine eindrückliche Begegnung war in einer Kirche in der Nähe des Tempelhofer Felds in Berlin. Ich war dort abends mit einem Freund verabredet. Ich konnte sehen, dass vor der Kirche gerade irgendetwas gefeiert wurde. Die ganze Szene hat mich angesprochen. Dann kam jemand zu mir, der mich erkannt hat, und ich habe eine Führung durch die Kirche erhalten. Die Gemeinde hat alle Bänke aus der Kirche geräumt, einen riesigen Teppich reingelegt und will dort in der Kirche ganz unterschiedliche Angebote machen wie etwa Yoga oder einer Theatergruppe den Raum überlassen. Die Gemeinde versucht, im Kiez eine zentrale Anlaufstelle zu sein und das Klientel anzusprechen, das zum Beispiel auf dem Weg zum Tempelhofer Feld zum Feiern gekommen ist, genauso wie die vielen jungen Familien mit Kindern. Nah bei den Menschen zu sein, über alle Generationsgrenzen hinweg, zu experimentieren – das gefällt mir.

Was sind Ihre nächsten Vorhaben?

Heinrich: Im November steht die Synodentagung mit der Ratswahl an. Es wird wieder einen Bericht des Beauftragtenrats zum Schutz vor sexualisierter Gewalt geben und einen Schwerpunkt zu der Thematik. Daran werden auch Betroffene beteiligt. Das bereiten wir im Präsidium gerade vor.

Darüber hinaus möchte ich den Sommer auch nutzen, um auf eine Erkundungsreise zu gehen. In den letzten Monaten habe ich viele kirchliche Strukturen kennengelernt. Jetzt will ich mich nochmal ganz unkonventionell auf eine Tour begeben, bei der man – wie bei der coolen Kirche in der Nähe des Tempelhofer Felds – mehr oder weniger per Zufall interessante Menschen und Projekte entdecken kann.

Was versprechen Sie sich davon?

Heinrich: Ich will sehen, was die Menschen aktuell bewegt und wo wir neue Netzwerke erschließen können. Ich möchte ein genaueres Gefühl dafür bekommen, was Menschen bei uns ein Zuhause bieten könnte und wo Menschen aus allen Altersgruppen bei uns andocken können. Ich habe in den vergangenen Wochen oft den Eindruck gehabt, von uns als Kirche wird erwartet, dass wir immer sofort eine Antwort parat haben. Ich will vermitteln, dass es auch in Ordnung ist, wenn wir mal fragen, wenn wir selbst suchen, wenn wir nicht gleich auf alles eine Antwort haben.

Wie soll die Tour ablaufen?

Heinrich: Ganz konkret plane ich, in vier Wochen von Flensburg nach Freiburg zu reisen – nur mit der Bahn, ohne Hotelübernachtung. Ich fahre von Stadt zu Stadt und sehe spontan, wen ich treffe. Nach dem Prinzip Zufall. Ich will es schaffen, mich auf dieser Reise bewusst außerhalb der Bubble zu bewegen. Natürlich wird einiges von dieser „#Präsestour“ auch auf Social Media zu sehen sein. Anderes werde ich aber auch erst einmal nur für mich dokumentieren und später auswerten. Zwischendrin habe ich ein paar feste Termine. Das ist natürlich gewagt, aber ich bin sehr gespannt.

Wie würden Sie jemanden erklären, was Glaube ist?

Heinrich: Erklären, was „der“ Glaube ist, kann man, glaube ich, gar nicht. Ich kann beschreiben, was Glaube für mich bedeutet und wie er mir Halt gibt. Für mich bedeutet Glaube, ein tiefes Vertrauen zu haben. Er gibt mir Sicherheit. Glaube funktioniert für mich aber auch nicht ohne Menschen, mit denen ich besprechen kann, was der Glaube für uns ist.

Die Rolle der Kirche als Zuhörerin und die Anforderungen der Öffentlichkeit an die Kirche, sich zu bestimmten Themen zu positionieren – steht das für Sie in einem Spannungsverhältnis?

Heinrich: Nein. Das sind zwei unterschiedliche Dimensionen. In der Beziehung zum persönlichen Gegenüber, im Glaubensleben ist die Dimension des Zuhörens zentral. Etwa im Hinblick auf die Fragen, was Gott ist, was der Glaube ist. Nicht immer sofort die Antworten zu haben, sondern gemeinsam mit den Menschen zu suchen. So kann die Botschaft bei den Menschen ankommen. Etwas anderes ist es, sich zu gesellschaftspolitischen oder ethischen Fragestellungen zu äußern. Da muss man dann aus seiner christlichen Haltung heraus auch mal Flagge zeigen… Das setzt aber voraus, schon von unserer Botschaft berührt zu sein. Es ergänzt sich also.

Migration, Klimawandel, Geschlechterrollen – bei vielen Themen gibt es eine Spaltung in der Gesellschaft – auch in der Kirche. Wie gelingt es, auseinanderdriftende Positionen zu integrieren?

Heinrich: Das integrierende Moment ist eine Diskussion, die den anderen in seiner Position zumindest akzeptiert. Man muss ihm nicht zustimmen oder alles in Gänze nachvollziehen können, aber man muss die Spannung aushalten können – auch in unseren Debatten auf der Synode. Das fällt mir hin und wieder auch nicht ganz leicht, aber es ist die Grundvoraussetzung für jede ernsthafte Debatte.

Im Gegensatz zu anderen Institutionen haben wir ein einendes Fundament. Wir können unsere Konflikte nicht wegbeten, aber im Glauben haben wir eine gemeinsame Basis. Damit können wir auch gesamtgesellschaftlich einen starken Beitrag leisten. Wir können unterschiedliche Positionen, Meinungen an einen Tisch holen und ihnen eine Art „safe space“ bieten, wo sie ohne Angst vor Verurteilung in Austausch treten können.

Bei welchem Thema sollte sich die evangelische Kirche nach der Bundestagswahl besonders einbringen?

Heinrich: Das eine Thema, das alle beschäftigt und alle betrifft, ist die Klimakrise. Da können wir als Kirche nochmal eine eigene Perspektive eintragen, die sonst fehlen würde. Ich stelle mir oft die Frage: Was ist der Mehrwert, wenn wir uns als Kirche in die Diskussion einbringen? Vieles, was wir zur Bewahrung der Schöpfung sagen, könnten andere auch aus einem reinen Selbst-Erhaltungstrieb sagen: Ich will nicht, dass die Erde stirbt, auf der ich lebe. Unsere Glaubensdimension wäre dazu nicht mal notwendig.

Aber hier gibt es eine klare Aufgabe für die Kirche, nämlich in der Krise ganz klar den Aspekt der Klimagerechtigkeit einzutragen. Als weltweit vernetzte Kirche stehen wir da noch viel mehr in der Verantwortung. Wenn wir in Deutschland etwa über den Kohleausstieg oder Windräder diskutieren, dann bringen wir mit unserer Perspektive immer auch die Interessen unser weltweiten Partner:innen mit ein. Das können wir aus der Verantwortung gegenüber unseren Partnerkirchen heraus noch viel selbstbewusster tun als andere Organisationen und damit zugleich all diejenigen unterstützen, die sich aus ganzer Überzeugung für den Schutz unserer Welt einsetzen.

Text: Pressedienst EKD

 

Texte und Fotos (wenn nicht anders angegeben): Hans Albrecht Kontakt: Ev. Tersteegen-Kirchengemeinde, Presbyter Hans Albrecht (Vors. Öffentlichkeitsausschuss), Tersteegenplatz 1, 40474 Düsseldorf,
E-Mail hans.albrecht@evdus.de