Theaterproduktion „Judas“ feiert Premiere in der Tersteegenkirche

Valerie Schneider © Lukas Marvin Thum

„Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.“ – Mk 14, 26

Kein anderer Name steht so wirkmächtig für Verrat, Betrug und Schuld wie Judas. Wer war dieser Mann, der Jesus für 30 Silberlinge ans Kreuz brachte? In Lot Vekemans Monolog tritt die biblische Randfigur aus dem Schatten ihrer verhängnisvollen Geschichte heraus. Judas macht sich frei von den Erzählungen, die seit zwei Jahrtausenden über ihn erzählt werden und hält Fürsprache: für seine Sicht der Dinge und gegen die kollektive Verurteilung seiner Person. Lot Vekemans zeichnet das Psychogramm einer Figur, der niemand zuvor eine Stimme gegeben hat. Judas‘ Monolog ist eine Selbstbehauptung, die die Fragen von Verantwortung und Schuld nicht gegeneinander ausspielt, sondern zum ersten Mal überhaupt stellt:

„Ich denke, es gibt bei uns eine einseitige Richtung des Blicks auf die Helden, auf das, was wir als größer und höher und besser erachten, als wir es selbst sind. Wir lieben es, zu verehren, so wie wir es lieben, verehrt zu werden. Aber in beiden Fällen gibt man seine Macht an jemand anderen ab. Judas wird von Menschen verhöhnt, damit sie ihre eigenen Seelen reinwaschen. Es ist auffällig, dass in Porträts, die über die Jahrhunderte entstanden sind, Judas immer hässlicher und böser dargestellt wurde.“ – Lot Vekemans

Das Regieteam um Marvin Wittiber interessiert die Projektionsfläche Judas und das Wechselspiel von Schuld und Verurteilung – individuell wie kollektiv. Nicht zuletzt fragt die Inszenierung nach Anklängen in den jüngsten Verwicklungen der Institution Kirche.

 

Mit Valerie Schneider

Regie Marvin Wittiber
Produktion und Mitarbeit Regie Jolan C. Kluge
Bühne und Kostüm Saskia Holte
Live-Musik und Komposition Lennart Büchner
Dramaturgische Beratung Claus Michael Six

 

Termine:

Sa, 14.05., 20:00 Uhr (Premiere)
So, 15.05., 20:00 Uhr
Mo, 16.05., 20:00 Uhr
Di, 17.05., 20:00 Uhr

Dauer der Aufführung: 1 ¼ Stunden, keine Pause

Stückeinführungen jeweils 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Foyer.
Nachgespräche am 16. & 17.05. mit Produktionsbeteiligten und Pfarrer Jürgen Hoffmann im Anschluss an die Vorstellung im Foyer.
Reservierung: karten.judas@gmail.com
Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Preis: 20 € / erm. 10 € (Premiere), 15 € / erm. 8 € (Weitere Termine)
Ermäßigung: Für Studierende, Azubis, Schüler*innen, FSJ- und BFD-Leistende, Schwerbehinderte (ab GdB 70) und Düsselpass-Inhaber*innen