Rede war für ihn Widerpart von Einsamkeit und mönchischer Isolation. „Ich leide häufig unter schweren Anfechtungen und Traurigkeiten“ so Luther anno 1538: “dann suche ich das Gespräch mit anderen, weil mich oft schon die einfachste Magd getröstet hat. Ein Mensch ist seiner nicht selbst mächtig, wenn er traurig und allein ist, auch wenn die Schrift ihn trefflich ausgerüstet hat. Darum müssen wir, so weit es uns möglich ist, das Leben in wortloser Einsamkeit fliehen.“

Tischgemeinschaft“ war das Motto der Informationsveranstaltung zum „Kultur Führerschein-Reformation“ vor 14 Tagen, am 13. Januar 2017 in der Tersteegengemeinde. Und wie im Schwarzen Kloster zu Wittenberg bei Luthers Tischgesprächen ging es bunt, lustig und gesellig, mit interessanten und neugieren Fragen und Gesprächen zu. Nach der Begrüßung und Einführung der 20 Teilnehmer durch Pfarrer Jürgen Hoffmann und Karin Nell, Studienleiterin beim Ev. Erwachsenenbildungswerk Nordrhein, ging es direkt in die Einstiegsphase: Sechsmal samstags von 11.00-14.00 Uhr nähern sich bei diesem innovativen Bildungsprogramm Menschen aller Generationen, Kulturen und Religionen auf kreative Weise dem komplexen Themenfeld Reformation. Sie experementieren, diskutieren, gestalten, bauen, malen, singen und tragen ihr Wissen zusammen, befragen Fachleute aus unterschiedlichen Fachgebieten und besuchen interessante Orte des kulturellen und gemeindlichen Geschehens.
Es geht im Programm jedoch nicht nur darum, einen eigenen Zugang zu den Themen zu finden und ausgewählte Fragestellungen zu vertiefen. Der Kulturführerschein setzt auf („Fahr“) Praxis. Die Idee: Im großen Jubiläumsjahr werden von den Menschen in unserer Gemeinde, in unserer Nachbarschaft und unserem Stadtteil viele kleine Projekte geplant und umgesetzt.

Übrigens, zur „Tischgemeinschaft“ gehörte natürlich auch ein „Luther-Mahl“ mit
Produkten, wie sie schon zu seiner Zeit auf den Tisch kamen.

 

 

 

 

Text und Fotos Hans Albrecht